Modernstes Wasserstoff-Analyse Labor Österreichs am HyCentA eröffnet

Grüner Wasserstoff gilt als Schlüsselelement in der Entwicklung einer emissionsfreien Energieversorgung und ist eine der tragenden Säulen einer nachhaltigen Gesellschaft. Die Nutzung von Wasserstoff und der damit verbundenen Technologien bietet zahlreiche Perspektiven – das Potential des Energieträgers Wasserstoff ist enorm. Durch den Einsatz von Brennstoffzellenantrieben im Bereich der Mobilität und dem Einsatz von Wasserstoff in der Industrie kann ein signifikanter Beitrag zu den erforderlichen CO2-Einsparungen realisiert werden.

 

Feierliche Eröffnung des Labors (vlnr): Alexander Trattner (CEO HyCentA), Landesrätin Ursula Lackner, Rektor Harald Kainz, Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl, Michael-Dieter Ulbrich (OMV), Elvira Lutter (Klima- und Energiefonds), Horst Steinmüller (WIVA P&G)

 

Gleichzeitig stellt das Handling von Wasserstoff von der Erzeugung über Speicherung und Transport bis hin zur Betankung oder Anwendung hohe technische Ansprüche. Grundvoraussetzung einer erfolgreichen technischen Handhabung ist die genaue Kenntnis über die Zusammensetzung des Gases in den einzelnen Prozessschritten. Die prozessnahe und exakte Analyse der Gasqualität ist dabei ein wichtiger Erfolgsfaktor: In der industriellen Anwendung genauso wie bei der Nutzung von Brennstoffzellenantrieben wie beispielsweise in der Elektromobilität.

Das neu errichtete Gasanalyselabor „Boltzmann“ des Wasserstoffforschungszentrums HyCentA an der Technischen Universität Graz, adressiert genau diese Anforderungen und ist Kernelement bei der Entwicklung hochpräziser Messverfahren für Gasqualität und –masse. Das neue Gasanalyselabor als Teil der Erweiterung des Zentrums ergänzt die moderne Forschungsinfrastruktur mit Testständen für Elektrolysen, Brennstoffzellensysteme und Hochdruck-Wasserstoffsysteme bis 1000 bar. Die TU Graz hat den Ausbau der gesamten HyCentA-Versuchsanlage um weitere 600 Quadratmeter wesentlich unterstützt, um die Wasserstoffforschung in Graz weiter zu stärken. An der TU Graz und ihren Forschungsbeteiligungen wie dem HyCentA beschäftigen sich derzeit rund 160 Wissenschafterinnen und Wissenschafter mit sicheren, klimafreundlichen Wasserstofftechnologien.

Herzstück des Labors sind die beiden hochgenauen Analysegeräte: das eigens mit dem Forschungspartner V&F Analyse- und Messtechnik entwickelte Ionen-Molekül Reaktions Massenspektrometer (IMR-MS) und ein Fourier-Transformations-Infrarotspektrometer (FTIR). Die vielseitig einsetzbare Laborumgebung bietet zudem noch Arbeitsplätze mit Reinraumatmosphäre sowie Vakuumequipment für die hochreine Vorbereitung von Probenahmesystemen.

 

 

Gasanalyselabor „Boltzmann“, Innenansicht

 

Aktuell ist das Gasanalyselabor im Rahmen des Forschungsprojekts UpHy-I Basis der Entwicklung von Eichmesstechnik der Wasserstoffmasse und Verfahren zur Messung der Wasserstoffqualität. Mit dieser mobilen Messtechnik wird beispielsweise die Eichung an der Tankstelle mithilfe moderner analytischer Methoden unter Einhaltung höchster normativer Vorschriften ermöglicht werden. Die derzeit fehlende Technologie dafür ist einer der Hauptgründe für den schleppenden Ausbau der H2-Infrastruktur und ein häufiger Hemmschuh in der industriellen Wasserstoffhandhabung.

Kooperative Forschung

Das Gasanalyselabor wurde im Rahmen des kooperativen Forschungsprojektes „Upscaling of green hydrogen for mobility and industry“ (UpHy I) am HyCentA errichtet. UpHy I ist ein vom Klima- und Energiefonds gefördertes und im Rahmen des Programms „Vorzeigeregion Energie“ WIVA P&G durchgeführtes Forschungsprojekt. Die emissionsfreie Mobilität rückt damit wieder ein Stück näher: Das kooperative Gesamtvorhaben umfasst die Planung und Umsetzung der Wertschöpfungskette für grünen Wasserstoff im industriellen Maßstab von der Herstellung über die Verteilung bis zur Nutzung in Verkehr und Industrie. Dazu wird die Entwicklung von grüner Wasserstoffproduktion und Wasserstoffverteilung sowie der dafür benötigten Eichmesstechnik für die an Wasserstofftankstellen abgegebene Wasserstoffmasse und -qualität vorangetrieben. Durch die Integration der Projektinhalte in die Wasserstoffinitiative WIVA P&G trägt das Projekt zur Positionierung Österreichs als Vorzeigeregion im Bereich Wasserstofftechnologien und grüne Gase bei und steht im ständigen Austausch mit relevanten Akteuren sowie Unternehmenspartnern. Dadurch wird ein überregionaler Know-How Transfer erzeugt.

UpHy I ist ein vom Klima- und Energiefonds gefördertes und im Rahmen des Programms „Vorzeigeregion Energie“ WIVA P&G durchgeführtes Forschungsprojekt. Projektpartner sind OMV Refining & Marketing GmbH (Konsortialführer), HyCentA Research GmbH, VERBUND Energy4Business GmbH, V&F Analyse- und Messtechnik GmbH, Energieinstitut an der Johannes Kepler Universität Linz und Verein WIVA P&G – Wasserstoffinitiative Vorzeigeregion Austria Power & Gas.

Daten und Fakten:

  • Ionen-Molekül Reaktion Massenspektrometer (IMR-MS)
  • Fourier-Transformations-Infrarotspektrometer (FTIR)
  • Reinraumequipment
  • Vakuumtechnik
  • Probenahmesysteme
  • Modernste Sicherheits- und Belüftungsstandards